Donnerstag, 5.11. 20 Uhr
Deutsch für den Ausländer” – Multimediale Lesung und Buchpräsentation der neuen Sprachkurs-Satire erschienen im Verlag Großkonzern. Es lesen Autor Florian Lamp und Sprecher Deef Pirmasens. Donnerstag, 5.11.2009, 20 Uhr, Eintritt 4 €
Autor Florian Lamp hat nicht nur den Verlag “Der Großkonzern” in Berlin gegründet, sondern auch gleich sein erstes Buch verlegt.
“Deutsch für den Ausländer” – eine Sprachkursparodie, die mit deutschen Klischees spielt und den Staub von allen langweiligen Sprach-Lehrbüchern bläst, die jeder aus dem Schulunterricht kennt.
Florian Lamp präsentiert das Buch am 5.11. mit Sprecher Deef Pirmasens in einer Multimedialen Lesung in München. Es wird vorgelesen, in Übungen Deutsch gelernt und live gesungen. Fast so schlimm wie Schule – nur lustiger.
Das Buch: Deutsch für den Ausländer
Wer kennt das nicht aus seiner Schulzeit in den 80er und 90er Jahren. Zu Anfang
des Englisch-Unterrichts gab es Standardwerke wie „Learning English“ auf den
Tisch, die sicher grammatikalisch und lerntheoretisch auf dem neuesten Stand
waren, leider aber auf der anderen Seite todlangweilig.
So lernte man die Sprache an Hand einer „typisch englischen Familie“ kennen. Vater Mason war Busfahrer in einem roten Doppeldeckerbus, die Kinder hörten tagein tagaus die Beatles, Mutter Mason trank immer pünktlich zur Tea-Time um 5’o clock zusammen mit der Nachbarin ihren Tee und am Wochenende wurden Ausflüge zum Buckingham Palace oder zum Big Ben unternommen.
Das ganze war illustriert mit grauen Bildern aus London und verströmte einen Muff,
der für Langeweile sorgte, wo doch Sprachenlernen an und für sich mit Spaß, Lust
und Laune erfolgen sollte.
Die in vielen vielen Schulstunden erlittene Langeweile war aber doch nicht völlig
unnütz, denn letztendlich führte sie zur Grundidee von „Deutsch für den Ausländer“
(der Artikel „den“ steht absichtlich und ironischerweise falsch im Titel). Warum muss der Vater immer einen Job haben in einem Lehrbuch? Warum darf er nicht einfach ein Mann sein, der arbeitslos ist, tumb, aber clever? Könnte der Sohn nicht ein selbsternannter Gangsta-Rapper sein und damit das allseits bekannte Gangsta-Klischee deutscher Hiphopper karikieren? Die Tochter könnte doch versuchen, über eine Casting-Show berühmt zu werden, oder? Und die Mutter arbeitet in einem Imbiss, verkauft Bratwurst und hält den Laden zusammen.
Das ist unsere Familie Schmidt, Mutter Eve, Vater Helmuth, Sohn Sven, alias
Svengster und seine Schwester Doreen. Gemeinsam machen die 4 Ausflüge zum
Arbeitsamt, Helmut wird der Führerschein entzogen, Svengster liefert sich in
Eminem-8-Mile-Manier Battles mit anderen vermeintlichen Rappern, während Doreen Castingkönigin werden will und Mutter Eve eine Affäre hat. Leute wie aus dem wahren Leben! „Deutsch für den Ausländer“ ist in erster Linie eine Lehrbuch-Parodie, kann aber auch bei hohem Einsatz für Deutsch als Fremdsprache-Schüler sinnvoll sein.
„Deutsch für den Ausländer“ ist größtenteils ein Buch, das sich an Muttersprachler
wendet. Zusätzlich wird in diesem Buch ein Bild Deutschlands gezeichnet, das das in der Welt so gern genutzte Klischee der „Deutschen Humorlosigkeit“ als ebensolches Klischee entlarvt.
Alle Illustrationen und Fotos stammen aus der Hand von Johannes Heldrich, alle
Texte sind geschrieben von Florian Lamp, der in „Deutsch für den Ausländer“ auch
Erfahrungen aus seiner Zeit als Teaching Assistant an der Penn State University
verarbeitet hat.
Erscheinungstermin des Buchs ist Anfang Oktober 2009.
